Studie: Lockdown bringt Fallzahlen wieder unter Kontrolle

Eine Studie von Viola Priesemann, Leiterin einer Max-Planck-Forschungsgruppe, zur Theorie neuronaler Systeme am MPI in Göttingen sorgte für Diskussionsbedarf in der Anne Will Talkshow am Sonntag, den 29. November.

 

Die Autoren der Studie berechneten den Pandemieverlauf und ihre Parameter unter verschiedenen Pandemie-Maßnahmen. Dabei stellen sie eine metastabile Situation bei niedrigen Fallzahlen vor, bei der zwei  Maßnahmen, nämlich die ausreichende Testung - Fallverfolgung und Fallisolation  (TTI) zusammen mit einer moderaten Kontaktreduktion ausreiche, um die Ausbreitungvon SARS-COV2 zu kontrollieren.

 

Diese Kontrolle gehe jedoch verloren, sobald die Fallzahlen die begrenzte Test- und Fallverfolgungs-Kapazität überfordern. Über diesen Wendepunkt hinaus blieben immer mehr infektiöse Personen unentdeckt (zunehmend hohe Dunkelzifferrate) und erzeugten eine sich selbst beschleunigende Ausbreitung.

 

Um die Kontrolle wiederherzustellen, müsse ein Lockdown das empfindliche Gleichgewicht wieder ausbalancieren. Andernfalls seien (Kontakt- und Ausgangs)Sperren unwirksam oder ihre Wirkung gehe bald verloren. Wenn die niedrigeren Fallzahlen jedoch wieder erreicht seien, seien  keine zusätzlichen Lockdowns mehr erforderlich. Langfristig würden die durch Impfung bzw. die nach Infektion erreichte Immunität und groß angelegte Tests die Kontrolle über die COVID-19- Pandemie weiter erleichtern.

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